Liebe Braucht Respekt Liebe verdient Respekt: Auflodernder Schwulen-Hass entsetzt die Welt


Mein lieber Freund und Kupferstecher! Ob Freund und Feind, ein jeder legt mir hin und wieder zu herzen, ich solle nicht das Unterste zuoberst kehren. Sätze wie “Ja, wir wissen, dass du schwul bist!” oder “Du und dein ewig währender Kampf für Gleichberechtigung – das ist doch überflüssig!” bekomme ich des Öfteren zu hören. Der weitläufigen Meinung meines Bekanntenkreises zufolge manifestierten sich Homosexuelle endgültig ins Zentrum der Gesellschaft, Anfeindungen seien selten geworden respektive endgültig überwunden. Darum seien auch Kritik und Gejammer ob Homophobie unangebracht. Sicher? In ihrem Handeln uneingeschränkte, schwule Politiker wie Klaus Wowereit, Ole von Beust und selbstverständlich Guido Westerwelle vermitteln den Eindruck, dass die Thematik der Diskriminierung anderer sexueller Orientierungen beendet sei. Schön, eigentlich könnte der Beitrag hiermit schon wieder beendet sein.
Homosexualität hat sich, so scheint es, im täglichen Turnus etabliert. Und das in einer erstaunlich kurzen Zeit, schließlich wurde erst 1994 das Verbot von homosexuellen Handlungen unter Erwachsenen laut deutscher Verfassung aufgehoben. Die Angelegenheit wirkt alltäglich, angegraut und langweilig. Jedoch liegt genau darin das Wagnis: Die Geschichte zeigt, dass ein allzu selbstverständlich genommener Fortschritt die Gefahr des Rückschlags birgt. Das beste Beispiel dafür weißt in jüngster Zeit die “Hochburg der Toleranz” – New York, I like – auf: Die niemals schlafende Millionenmetropole ist aktuell Tatort einiger brutaler Übergriffe und eindeutig bedenklicher Debatten gegenüber Homosexuellen. Und das beschränkt sich nicht nur auf New York, nein, in vielen so scheinbar aufgeschlossenen Gesellschaften flammt derzeit die verbale und physische Gewalt auf.
Blut und Morde

Unterm Strich lässt sich in den USA eine landesweite Tendenz gegen Homosexuelle erkennen. Reißerische, eindeutig diskriminierende Aussagen wie von Carl P. Paladino, Gouverneursanwärter für New York und wetternde fundamentalistische Christen gießen zusätzliches Öl ins Feuer. Feuer, das auf die Bevölkerung übergreift.
Du Schwuchtel!
Andere Brennpunkte sind die jüngsten Ausschreitungen am Rande einer eigentlich friedlichen Parade von Schwulen und Lesben in Belgrad (Serbien). Das Ziel des Umzugs war eigentlich nicht offene Provokation, sondern anderen Homosexuellen im Lande aufzuzeigen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine dastehen und die Forderung nach mehr Rechten. Aus einer friedlichen, mutigen Horde wurden fast blutige Morde. An vorderster Front der Gegendemonstranten: Die Kirche. Wie kann eine Kirche zu einer Demonstration gegen die Einforderung eines Freiheitsrechts aufrufen?
Auch bei uns in Deutschland boomt gerade unter Jugendlichen der Trend zum sogenannte Cyber-Mobbing im Internet. Nicht nur, dass homosexuelle Schüler während der Schulzeiten leider nur zu oft “psychischem Terror” ausgesetzt werden. Nein, in Zeiten des Internets lässt sich dies auf 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erweitern – was homosexuelle Teenager vermehrt erst in Verzweiflung und in letzter Instanz in den Selbstmord treibt. Dass laut neuesten Befragungen “Schwuchtel” die am meisten verwendete Beleidigung in deutschen Schulen ist, stellt hierbei mit Sicherheit nur die Spitze des Eisberges dar.
Liebe verdient Respekt!

Noch mehr nach dem Break: Reportage: “Biste schwul, oder was?”