WM-Armageddon mit Aliens, Kraken und Geld

WM-Armageddon mit Aliens, Kraken und Geld

Vierundf├╝nfzig, vierundsiebzig, neunzig zweitausendsec … zweitausendzeh … zweitausendvierzehn, ja so stimmen wir alle ein … Verdammt, ich kann es nach wie vor nicht komplett realisieren, dass unsere glorreiche Elf im Halbfinale gegen Spanien rausflog. Welch Schmach! Nun, Kron … Karma is a bitch. Und wer ist schuld an dieser Misere? Scheinbar ein achtarmiges Weichtier!

Ich stelle mir das wie folgt vor: Zwei Lebewesen einer intelligenten au├čerterrestrischen Spezies stehen vor einer visuellen Projektion des Planeten Erde. Sie wollen ausbaldowern, ob die dort ans├Ąssigen, in ihrem Erscheinen gruselig anmutenden, zweibeinigen Zellansammlungen intelligentes Leben darstellen und damit die Grundlage f├╝r intergalaktische Beziehungen b├Âten. Doch was sie zu sehen bekommen, best├Ąrkt nur ihre Bef├╝rchtungen, dass wir die daf├╝r n├Âtige Reife noch nicht besitzen: Millionen Angeh├Ârige unseres Planeten starren aufs ├äu├čerste gebannt auf querformatige Bildschirme, um den Fressgewohnheiten einer in einem Gro├čaquarium blubbernden Krake zuzuschauen. Und um in selbige die irrsten Schlussfolgerungen hineinzuinterpretieren. Bes├Ą├čen die Au├čerirdischen einen Kopf – sie sch├╝ttelten ihn ungl├Ąubig. Und lie├čen uns primitive Spezies f├╝r ein paar weitere Jahrhunderte unber├╝hrt links liegen.

Ha, als ob wir eine primitive Steinzeitgesellschaft darstellten. Obgleich – im Anbetracht des Verhaltens der hier ans├Ąssigen, zutiefst bayerischen Bev├Âlkerung w├Ąre diese These gar nicht mal so abwegig. Und angesichts unseres ach so hochgelobten, arroganten technologischen Fortschrittes auch nicht. Denn, mal ehrlich – ist es nicht geradezu sp├Âttisch, dass wir bei all der gepriesenen Entwicklung nichts Dauerhafteres als Tontafeln und Steinwerkzeuge hervorgebracht haben? Wir erfinden und erforschen, kreieren ausufernde Datenspeicher, erobern alle wei├čen Flecken dieses Planeten, schicken am laufenden Band Satelliten in das All und erbauen wuchernde Krebsgeschw├╝re Megametropolen. Allerdings kommt Hochmut bekanntlich vor dem Fall, der Mensch ist verg├Ąnglich. Seine modernen Zeiten ebenso. Und so sind Experten aus aller Herren L├Ąndern der einhelligen Meinung, dass vor Jahrtausenden angefertigte Relikte der Menschen das Einzige darstellen, dass auch die n├Ąchsten ├äonen auf diesen Planeten ├╝berstehen wird. Wohlgemerkt nur auf die Erde bezogen, die unmodischen mondischen Fu├čabdr├╝cke sowie Uralt-Sonden wie Pioneer 10 werden wohl f├╝r viele Milliarden Jahre existieren.

Es f├╝hrt also kein Weg daran vorbei, diesem Blauen Planeten noch einen dauerhaften Stempel aufzudr├╝cken. Ihn f├╝r immer menscheln zu lassen, bevor es daf├╝r zu sp├Ąt ist. Schlie├člich geht unsere Zivilisation bekanntlich am 21. Dezember 2012 unter. Oder rauf. Wer wei├č das schon, im Weltall sind Richtungen schlie├člich relativ.

Ich bin allerdings zugegebenerma├čen erstaunt ├╝ber den Ideenreichtum der Untergangsj├╝nger. So soll ein r├Ątselhafter „Planet X“ mit der Erde kollidieren – ein enormer Himmelsk├Ârper, der jedoch bereits im Jahr 2003 einschlagen und f├╝r gro├če Verw├╝stungen sorgen sollte. Andere Voraussagungen sagen voraus, dass unser Zentralgestirn, die Sonne, zur Wintersonnenwende 2012 vom „Schwarzen Loch“ im Zentrum unserer Galaxis aufgesogen und samt unseres Sonnensystems in eine neue Dimension rutschen wird. ├äh, ja! Am besten direkt vor dem Planeten der uns durch den Fernseher beim durch den Fernseher Kraken beobachtenden beobachtenden Aliens [1]. Am wirklichkeitsn├Ąchsten erscheint noch der potenzielle Ausbruch des Yellowstone-Supervulkans, welcher schwerste Verw├╝stungen in Nordamerika und weltweite klimatische Ver├Ąnderungen nach sich z├Âge.

Meine pers├Ânlich gr├Â├čte Bef├╝rchtung r├╝hrt allerdings aus der Erfahrung her, dass ich ein solches Gro├čereignis wie die Apokalypse – salopp ausgedr├╝ckt – gekonnt verschliefe. Ich erwachte also am 22. Dezember 2012 mit dr├Âhnendem Sch├Ądel und einem mordsm├Ą├čigen Kater in der Liegewiese meines ger├Ąumigen Lofts, riebe mir die verschlafenen Augen und verbr├Ąchte die n├Ąchsten Stunden damit, meinen Kreislauf auf Vordermann zu kurbeln. Erst gegen Abend fielen mir dann der blutgetr├Ąnkte Himmel und die saftig-gegrillten Tauben auf der Stromleitung vis a vis meines Anwesens auf. Wohl dem, der dann wie ich in jener Zeit weitl├Ąufige Bierkatakomben sein Eigen nennen d├╝rfte, damit lie├če sich jeder Untergang ├╝berdauern. Wobei, jetzt muss ich mir selber ins Wort fallen – es existieren in der heutigen Zeit nahezu untergegangene Unterg├Ąnge, welche selbst im bierseligen Zustand unertrinkbar unertr├Ąglich w├Ąren. Da h├╝lfen selbst weitl├Ąufige Immobilien und ausgew├Ąhlte Alkoholika nicht weiter, alle Gelder der Welt vers├Ąnken in Bedeutungslosigkeit.

Schon wieder Geld? Ja, denn Krony wird, man kann es nicht anders sagen, immer noch reicher. Und Pauls Verwandtschaft, die der vom Unterschichtenfernsehen und Hartz IV-Journalismus hochgehypten Krake, landet demn├Ąchst in handliche Scheiben zertrennt beim Italiener meines Vertrauens auf meiner Meeresfruchtpizza. Dann hei├čt es 1:0 f├╝r mich, versprochen!

[1] = ├ťberschm├Âker den vorherigen Satz noch einmal, er stimmt entgegen der Meinung deiner inneren Stimme sowohl inhaltlich auch als rechtschreibtechnisch. ­čśë

Foto: Oral Fixation 32 von !stu1965 / deviantART

2 Kommentare

  1. ­čîÜ
    Hanibalbecter

    woho ich wurde ja verlinkt *.* ­čśÇ

    Die Krake hatte aber einfach nur Gl├╝ck. Nicht schwer bei einer 50:50-Chance….

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    • star_rate
      Krony

      Ja, ich denke, wenn die beiden Blogs untereinander vernetzt werden, profitieren beide davon. Ich vergesse nur zumeist deinen Blog mit einzubeziehen ^^

      Und zur Krake: Nat├╝rlich ist das purer Zufall. Dennoch regt sie mich auf ­čśë

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