Tekken – Der Kampf geht weiter

Tekken – Der Kampf geht weiter

1995 war ein bewegtes Jahr. Schweden, Finnland und Österreich sind der EU beigetreten, die erste EÂł öffnete in Los Angeles ihre Pforten und Microsoft erlangte mit Windows 95 endgĂŒltig die Weltherrschaft. Auch Namcos Prestige-trĂ€chtige BeatÂŽem Up-Reihe „Tekken“ erblickte damals das Licht der Welt und revolutionierte ein Genre, das Sega knapp zwei Jahre zuvor mit „Virtua Fighter“ geschaffen hatte.

Nun im neuen Jahrtausend feiert das „The King of Iron Fist„-Tournament sein zehnjĂ€hriges JubilĂ€um: Was damals als beschauliches 3D-Experiment begann, hat sich mittlerweile mit stolzen 20 Millionen verkauften Einheiten zur bekanntesten und beliebtesten Kampfsport-Sim gemausert. Wie ist dieser weltumspannende Erfolg zu erklĂ€ren? Liegt es am Marketing? An dem Umstand auf das richtige „Pferd„, sprich Sonys PlayStation gesetzt zu haben? Oder sind die GrĂŒnde doch im unnachahmlichen Gameplay zu suchen?

Taucht auf der folgenden Seite in ĂŒber 10 Jahre Tekken-Geschichte ein und erfahrt in acht ausladenden Reviews alles ĂŒber „Mishima Zaibatsu“ und „Teufelsgen„, von den frĂŒhen AnfĂ€ngen bis zur 128Bit-Gegenwart.

Tekken

Tekken
 Mit diesem Game forderte Namco anno 1994 Segas Virtua Fighter heraus, ergĂ€nzte die dritte Dimension jedoch um Texture-Mapping und diverse Effekte. In der Combo mit dem ebenfalls auf dem Hause Namco stammenden Ridge Racer ebnete Tekken als Launchtitel den Weg fĂŒr den kĂŒnftigen Aufstieg der Sony PlayStation. Gleichzeitig markierte Namcos BeatÂŽem Up-Einstand den Zenit fĂŒr die ehemals beliebten 2D-Klopper alĂĄ Street Fighter & Co.: Zwar existierten fortan beide Genres nebeneinander, dennoch konnten 3D-Fighting Games bald den Massenmarkt fĂŒr sich beanspruchen. And the King of Iron Fist Tournament begins!

In Tekken bringt jeder KĂ€mpfer seine eigene kleine Geschichte, seine persönlichen BeweggrĂŒnde mit. So variiert entsprechend das Ending, je nachdem welchem Recken ihr zum Sieg verhelft. Der Haupthandlungsstrang, der sich wie ein roter Faden durch sĂ€mtliche Episoden der Reihe zieht, dreht sich rund um das Konzern-Konglomerat der Mishima Zaibatsu.

Dessen Besitzer – Heihachi Mishima – veranstaltet das erste Tekken-Tournament, an dem nur die weltweit besten Kampfsportler teilnehmen dĂŒrfen! Neben Bruce Lee-Verschnitt Marshall Law, melden sich auch Wrestler King, Harley-Freund Paul Phönix, Auftragskillerin Nina Williams etc. und letztlich Heihachis Sohn Kazuja Mishima zu dem Tunier an. Dieser will sich bei seinem Vater dafĂŒr rĂ€chen, dass er ihn als fĂŒnfjĂ€hrigen Knaben eine Schlucht hinab warf, um ihn zu stĂ€hlen und das Böse in ihm zu sĂ€en. Schließlich gelingt es Kazuja seinen Vater zu besiegen und sein gewaltiges Firmenimperium zu ĂŒbernehmen, Heihachi trifft das gleiche Schicksal, dass er einst seinem eigen Fleisch und Blut zufĂŒgte


Insgesamt warten ganze 17 kampferprobte Fighter auf ihren Einsatz, von denen einige erstmal freigespielt werden wollen. In der Kampfarena werdet ihr sodann mit dem typischen Look & Feel der Tekken-Reihe konfrontiert, die viele ihrer Eigenharten bis in die fĂŒnfte Generation bewahrt hat. So bot bereits der erste Part eine ungekannte FĂŒlle an Special-Moves und Combos, die damalige 2D-Klopper in Sachen QuantitĂ€t um locker ĂŒberflĂŒgelte.

Im Gegensatz zur Konkurrenz, deren Kontrollen meist auf „Strong Punch“ und „Weak Kick“ setzten, betrat Tekken neue Ufer und ordnete jedem Button eine ExtremitĂ€t des Körpers zu, wie linker oder rechter Arm. Dank dieses eingĂ€ngigen Spielprinzips waren viele Schlagkombinationen bereits vom Bildschirm „ablesbar„, zudem setzen Tekken-Combos mehr auf Rhythmus denn auf pure Schnelligkeit. So gelingt Namco der Spagat zwischen Einsteigerfreundlichkeit und nötigem Tiefgang fĂŒr erfahrene Handkantenprofis.

Trotz der verwendeten 3D-Engine und signifikanten Unterschieden zu Samurai Showdown etc. war das erste Tekken kein „richtiges“ 3D-Spiel: Statt eines Ringouts erwartete euch eine endlos zoomende Texturtapete, Ausfallschritte in die dritte Dimension waren ebenfalls nicht möglich.

Die Optik mag zwar fĂŒr die gegenwĂ€rtige Zockergeneration gleichbedeutend mit Augenkrebs sein, zum Release stellte Tekken jedoch das grafische Nonplusultra dar. Die Playstation-Variante glich dem Spielhallenvorbild wie ein Ei dem andern, die PSone-nahe System 11-Hardware machts möglich. Die bunt texturierten KĂ€mpfer boten bereits in der ersten Generation ansehnliche Animationen, die von Hand modelliert auf die schwarze Disc gebannt wurden.

Gleichzeitg war das erste Tekken jedoch auch eine Generalversammlung fĂŒr Clipping-Fehler und Polygonblitzer, diese Mankos wurden erst im dritten Teil weitestgehend behoben. FĂŒr einen zweckmĂ€ĂŸigen Hintergrund sorgten flache Bitmaptapeten, die munter durch die Gegend scrollten. Nach dem Sieg ĂŒber Heihachi wartet auf jeden Recken ein eigener kleiner FMV-Abspann, lediglich die Bonuscharaktere mĂŒssen auf exklusive Filmschnipsel verzichten.

Tekken 2

Von allem ein wenig mehr, mit dieser Expertise sind die Mannen um Namco ein knappes Jahr nach Tekken 1 erneut in den Ring gestiegen. Zu groß war die stetig wachsende Fangemeinde, als dass man es bei einem One Hit-Wonder belassen hĂ€tte. Auch wenn Tekken 2 im direkten Vergleich zum zweiten Virtua Fighter klar den kĂŒrzeren zog, so hielten die Entwickler ihr Versprechen und prĂ€sentierten einen gelungenen Nachfolger.

Zwei Jahre sind nun seit dem ersten „The King of Iron Fist Tournament“ vergangen. Die Mishima Zaibatsu ist unter Kazuyas Expansions-Kurs noch mĂ€chtiger und reicher geworden. Der Sprössling Heihachis ist mittlerweile mit der lieblichen Jun Kazama zusammen, zog sich jedoch immer mehr in seine eigene Welt zurĂŒck und entwickelte dunkle KrĂ€fte
 Zeit fĂŒr Tekken 2! Neben etlichen NeuzugĂ€ngen wie Bodyguard Bruce Irvin, Sumo Ganryu und KĂ€nguru Alex nimmt auch der vermeintlich in den Tod gestĂŒrzte Heihachi Mishima an dem Turnier teil.

Im Finale treffen Vater und Sohn wieder aufeinander, doch diesmal ist das GlĂŒck auf Heihachis Seite. Nach seiner Niederlage sorgt das von Heihachi verursachte Teufelsgen fĂŒr eine Mutation Kazujas in einen fliegenden DĂ€mon, doch auch dieser wird vom erstarkten Mishima Senior besiegt. Der Tyrann ĂŒbernimmt wieder die Leitung des Mishima-Konzerns und Jun Kazama – von Kazuja geschwĂ€ngert – zieht sich zurĂŒck um ihren kĂŒnftigen Sohn Jin Kazama vor dem Zugriff des Großvaters zu schĂŒtzen.

Die KĂ€mpferriege wurde auf stattliche 23+ erweitert, wobei sich Tekken hier selbst nicht ganz fĂŒr voll nimmt: So haben sich auch unkonventionelle Handkantenprofis wie BĂ€r Kuma und Raptor Alex unter die KĂ€mpferriege gemischt. Mehr noch als im Erstling der Reihe, wurde in Tekken 2 wert auf authentisch simulierte Kampfstile gelegt. Heihachi und Law setzen auf Karate, wĂ€hrend Wang den Drunken Master mimt, Baek seine Taek won do-Tritte zum Besten gibt und Roboter PJack seine Widersacher mit purer Kraft zur Strecke bringt.

Das KrĂ€fteverhĂ€ltnis zwischen den Haudegen ist grĂ¶ĂŸenteils ausgeglichen, auch wenn ein Kuma-Sympathisant es gegen die schnellen Kicks einer Anna Williams schwer haben dĂŒrfte. Insgesamt setzt Tekken auf das „Erlernen“ eines Charakters, auf die genaue Kenntnis seiner Movelisten statt tumbem Button-Smashing. Im Gegensatz zur Virtua-Konkurrenz, die spĂ€testens seit dem zweiten Teil eine komplexe Wissenschaft fĂŒr sich ist, wurde jedoch nie die Einsteigerfreundlichkeit aus den Augen verloren – bis heute!

Im Übrigen bietet Tekken 2 eine Handvoll neuer Spielmodi und spielt sich zĂŒgiger und flotter als sein VorgĂ€nger, was die KĂ€mpfe mit mehr Dynamik wĂŒrzt. Das zögerliche Ausnutzen der drei Dimensionen blieb jedoch weiter unter den (damaligen) technischen wie spielerischen Möglichkeiten.

Optisch hat sich im Vergleich zum ersten Turnier nicht allzu viel getan, zwar wirkt das Spielgeschehen flĂŒssiger, den Models wurde ein gesundes Shading gegönnt und die Animationen sind jetzt nah am Realismus, dafĂŒr wirken die Kombattanten jedoch eine Spur eckiger. Leider wurde auch die Endlostapete der Kampfarenen beibehalten. Jede Stage bietet eine peppige und auftreibende Hintergrundmucke, die gut zur Bildschirmaction passt, die gelungene Sprachausgabe rundet das zweite Tekken harmonisch ab.

Tekken – The Motion Pictures

In Japan gehört es zum guten Ton, dass zu jeder halbwegs erfolgreichen BeatĂ©m Up-Reihe ein eigener Anime erscheint. Als Musterbeispiel gilt hier Street Fighter 2, dass neben ausladenden Filmen noch eine komplette Serie spendiert bekam. WĂ€hrend die Real-Verfilmung in Sachen Trash-Faktor dem unseligen Super Mario Brothers-Movie Konkurrenz macht, können die Zeichentrick-Eskapaden der StraßenkĂ€mpfer vollends ĂŒberzeugen. Auch die Verfilmungen von Samurai Showdown, Fatal Fury und Battle Arena Toshinden sorgen fĂŒr stimmiges Fernost-Kino, auch wenn meist nie die Brillianz der Videospielvorlagen erreicht wird.

Tekken: The Motion Picture“ bemĂŒht sich inhaltliche Ungereimtheiten der PrĂŒgel-Reihe auszumerzen und geht mehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den wesentlichen Akteuren ein: Als Jun Kazama ein Kind war, musste sie hautnah miterleben, wie Heihachi seinen eigenen Sohn eine steile Klippe herunterwarf.

Dieses prĂ€gende Ereignis konnte sie nie verdrĂ€ngen, war doch der junge Kazuja ein gutherziger und freundlicher SpielgefĂ€hrte. In der Gegenwart arbeitet Jun als Spitzel und meldet sich fĂŒr das Tekken-Kampfsportturnier an, um tief in die Eingeweide der ausufernden Mishima-Zaibatsu vordringen zu können
 Der seit diesem Vorfall von einer gigantischen Narbe gezeichnete Kazuja nimmt ebenfalls am „The King of Iron Fist„-Tournament teil und sinnt nur nach einem: Rache!

Der Anime beschreibt glaubhaft die Beziehung des Dreiecks Heihachi – Kazuja – Jun: Heihachi, der Hass und Zwietracht in Kazujas Herz sĂ€en wollte, um ihn zu instrumentalisieren, Jun die noch an das Gute in ihrer Jugendliebe glaubt und Kazuja, der hin und her gerissen zwischen dem alten Ich und dem erstarkten Bösen in seinem Inneren pendelt.

Auch die ĂŒbrigen Charaktere sind halbwegs authentisch in den Trickfilm eingepasst worden, auf die BeweggrĂŒnde von Kinderfreund Jack 2, Michelle und Lei Wulong wird aber nur kurz eingegangen. Die peinlichen Auftritte von Roger und Alex hĂ€tte man sich aber besser sparen können, KĂ€ngurus mit Boxhandschuhen und mutierte Raptoren nehmen dem Movie etwas von seiner ernsthaften AtmosphĂ€re.

Das Charakterdesign ist in Ordnung und orientiert sich eng an den Renderstudien der Spielvorlagen, einzig Kazuja scheint dem Planeten Vegeta entsprungen zu sein 😉 Den Animationen hĂ€tte der eine oder andere Zusatzframe sicher nicht geschadet
 Die japanische Sprachausgabe wirkt professionell und fĂ€ngt die Stimmung gekonnt ein, wer sich die DVD besorgt sollte sich in jedemfall die lustlosen englischen Sprecher sparen und stattdessen auf Untertitel setzen. Diese geben die Semantik akkurat wieder, allerdings hatten die westlichen Übersetzer Probleme mit dem japanischen „Ki„. Im ĂŒbrigen ist „Tekken: The Motion Picture“ nichts fĂŒr zarte GemĂŒter; brechende Knochen, viel rote Farbe und als Krönung ein Reptil mit zerrissenen Kieferknochen ummanteln diesen gelungenen Einblick in die Mishima-Saga.

Tekken 3

WĂ€hrend draußen schon Temperaturen jenseits der 35c° Marke herrschen, daddeln wir bei neXGam.de uns trotzdem die Finger fĂŒr euch wund. Ich beginne mit Tekken 3 fĂŒr Sonys graues StĂŒck Plastik. Die Tekken Serie gehört ja so fest auf die Playstation wie das Amen in die Kirche.
Doch vor gar nicht all zu langer Zeit ging das GerĂŒcht um, dass der neueste Tekken-Teil auch fĂŒr die Konkurrenz erhĂ€ltlich sein wird. So sollten dieses Mal nicht nur PS2-Spieler in den Genuss der PrĂŒgelorgie kommen, sondern auch Xbox- und Gamecubespieler. Das GerĂŒcht wurde dann doch ziemlich schnell seitens Namco, den Erschaffern des Tekken Universums, wieder dementiert. So bleibt also alles beim Alten und heute wie auch damals gilt die Devise: „Willst du Tekken spielen, muddu PlĂ€ystĂ€tion kaufen.

Mittlerweile sind schon sechs Tekken-Teile erhĂ€ltlich, ohne die GBA und Woderswan Teile mitgezĂ€hlt zu haben, doch wir machen einen Zeitsprung zurĂŒck ins Jahr 1998, in dem damals Tekken 3 das Licht der Welt erblickte. Genau genommen erschien aber zuerst die Automaten Version im Jahre 1997. Diese lief nicht wie ihre beiden VorgĂ€nger auf dem System 11, ein System, das der Playstation Hardware sehr Ă€hnlich war, sondern es wurde fĂŒr das aufgemotzte System 12 entwickelt. Eine grafisch gleiche Version fĂŒr die Heimversion des Acarde-PrĂŒglers war also nicht ohne weiteres möglich. Allerdings gelang es Namco mit ein paar Abstrichen dennoch eine ansprechende Version fĂŒr die PS zu entwickeln. Als Trost beinhaltete die Konsolenfassung dafĂŒr viele zusĂ€tzliche Bonus-features.

15 Jahre nach dem zweiten „King of Iron Fist Tournament„: Heihachi Mishima erfuhr durch eine Nachricht, dass seine „Tekken-StreitkrĂ€fte“ von einem geheimnisvollen Wesen namens „Ogre“ ĂŒber den Jordan befördert wurden. Zu all dem Pech verschwanden auf der ganzen Welt auch noch die besten Martial-Arts KĂ€mpfer. Heihachi wurde durch den Jungen Jin Kazama darauf aufmerksam gemacht, dass Ogre von den mĂ€chtigen Seelen der verschwundenen Meister der Kampfkunst zehren wĂŒrde. Wenn er die Macht fĂŒr sich gewinnen kann, die von Ogre ausgeht, könnte das eine unheimliche Bereicherung fĂŒr das Mishima-Imperium bedeuten. Da sich die Mutter von Jin ebenfalls in den Klauen des Ogre befindet, lehrte Heihachi Jin die KaratekampfkĂŒnste des Mishima-Stiles, um Jin so fĂŒr seinen niedertrĂ€chtigen Plan missbrauchen zu können. Jin soll Heihachi als Köder dienen, um Ogre hervorzulocken. So rief Heihachi vier Jahre spĂ€ter erneut ein „King of Iron Fist Tournament“ aus. Aus Angst vor einem Machtverlust schießt Heihachi Jin, nachdem dieser Ogre gegen Ende des Turniers besiegte, in den Kopf, woraufhin sich Jin in einen Teufel verwandelt, eine FĂ€higkeit, die er von seinem Vater geerbt hat. Als Devil gelingt Jin die Flucht aus den FĂ€ngen seines Großvaters.

Das HerzstĂŒck des Spiels ist der Acarde-Modus, in dem auch die Story fortgefĂŒhrt wird. Zu Beginn des dritten Turniers stehen euch lediglich zehn von 21 KĂ€mpfern zur VerfĂŒgung. Die restlichen Charaktere gilt es durch mehrmaliges Durchspielen des Story-Modes freizuspielen. Hat einer der KĂ€mpfer eure Gunst erworben, steigt ihr sofort ins Geschehen ein. Als Austragungsorte dienen euch die Gassen einer Großstadt, verlassene Ruinen, ein Dojo, schöne Strandlandschaften und viele mehr. Euer Ziel ist es in jeder Runde als Sieger hervorzugehen. Damit das auch klappt, könnt ihr auf eine große Anzahl von verschiedenen Schlagkombinationen zurĂŒckgreifen. Da das Kampfsystem von Tekken fĂŒr seine Ă€ußerst schnelle ZugĂ€nglichkeit bekannt ist, haben auch AnfĂ€nger relativ schnell große Aussicht auf Erfolg. So gehen euch nach kurzer EinĂŒbungszeit mĂ€chtige Combos von der Hand. Leider hat so was natĂŒrlich auch seine TĂŒcken, die erst im Zweispielermodus sichtbar werden. Seid ihr im Singleplayer aus jeder der zehn Runden gegen euren Kontrahenten als Sieger hervorgegangen, dann wird es allmĂ€hlich Zeit fĂŒr einen menschlichen Gegner.

WĂ€hrend ihr euch schon ordentlich mit dem Spiel beschĂ€ftigt und die eine oder andere Schlagkombination im GedĂ€chtnis behalten habt, wird euer Freund wahrscheinlich noch nie gespielt haben. Trotzdem kann es passieren, dass ein GrĂŒnschnabel einen gestandenen Veteranen ordentlich piesacken oder sogar schlagen kann. Wie das passieren kann liegt klar auf der Hand. NĂ€mlich durch sog. Buttonsmashing kann man schnell einen Sieg herausholen, ohne das Spiel jemals gezockt zu haben. Beim Buttonsmashing handelt es sich um planloses drĂŒcken der Aktionstasten. So kann es passieren, dass durch Zufall auch noch richtige Kombinationen gedrĂŒckt werden und der Gegenspieler dabei ordentlich blass aussieht. Falls bei den selbsternannten Profis sich bei dem Wort Buttonsmashing schon der Magen umdreht, sollten diese lieber die Finger davon lassen. Ansonsten gibt’s Frust en mass. Anders sieht es nĂ€mlich bei der Konkurrenz aus dem Hause Sega aus. Bei dem komplexeren Kampfsystem eines Virtua Fighter 4 hat diese Art von Spielern nicht den Hauch einer Chance und wird gelangweilt das Pad beiseite legen. Das soll aber nicht bedeuten, dass echte Profis in Tekken absolut machtlos gegen AnfĂ€nger sind.

Übrigens, wer den Singleplayer mit einem der verschiedenen Charaktere abschließt, bekommt jedes Mal am Ende des Turniers eine mehr oder weniger sehenswerte Render-Sequenz zu Gesicht. Was damals sehr genial aussah, lĂ€sst heute die meisten wohl ins Schmunzeln geraten. Die mittlerweile total ĂŒberholten Videos sahen aber fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse wirklich super aus und waren eine tolle Belohnung fĂŒr’s Durchspielen und boten neue Motivation, um es mit einem anderen Spieler auszuprobieren.

Wer sich am Arcarde-Modus satt gespielt hat, darf sich mit dem Tekken Force-Mode vergnĂŒgen. Diese Art von Spielmodi erinnert sehr stark an das Streets of Rage fĂŒr den Mega Drive. Hier spielt ihr in einem scrollenden Levelabschnitt, welcher sich erst bewegt, wenn ihr den anstĂŒrmenden Horden von Gegner contra gegeben habt. FĂŒr jeden bezwungen Gegner bekommt ihr zwei, vier, sechs oder acht Sekunden gutgeschrieben. Das hĂ€ngt immer vom Gegnertyp ab. Solltet ihr nĂ€mlich zu langsam vorgehen, dann sitzt euch das manchmal knapp bemessene Zeitlimit im Nacken. Deshalb solltet ihr immer zĂŒgig die bösen Buben verdreschen. Da ihr zahlenmĂ€ĂŸig unterlegen seid, bekommt ihr sicher auch den ein oder anderen Schlag ans Kinn. Daher mĂŒsst ihr euere Lebensenergie immer im Auge behalten und die im Level verteilten Medipacks, die als HĂŒhnchen dargestellt werden, einsammeln. Nur so schafft ihr es auch jedes Mal den Endboss am Ende des Abschnitts zu bezwingen. Ich fand das ist eine gelungene Abwechslung, die zu zweit sicher noch weitaus spaßiger gewesen wĂ€re.

Leider wird die automatische Lock-On Funktion des Öfteren durch gleichzeitiges erscheinen mehrerer Gegner irritiert. So kann es passieren, dass euer KĂ€mpfer sich nicht entscheiden kann, wem er sich als nĂ€chstes vornehmen möchte und dann gehen die meisten SchlĂ€ge ins Leere und ihr kassiert dafĂŒr die Schellen ein. Im entscheidenden Moment kann euch das wichtige Lebensenergie kosten.

Ein weiterer Modus, den man auch zu zweit spielen kann, ist der Tekken Ball-Mode. Hier werden den Gegner nicht direkt mit den FĂ€usten ordentliche Blessuren verpasst, sondern ihr fĂŒhrt die besten Schlagserien aus, die ihr könnt und gebt dem bunten Volleyball oder was auch immer ordentlich eins mit. Dieser fliegt dann auf den Gegner zu, der wiederum muss versuchen den Ball anzunehmen und mit einer Combo wieder zurĂŒck an den Absender zu schicken. Gelingt ihm dies nicht, dann bekommt er den Schaden angerechnet, den ihr dem Ball verpasst habt. Wer zuerst seinem Gegenspieler die Schadensleiste fĂŒllt, gewinnt. Außerdem kann man auch gewinnen, wenn der Ball die Feldmarkierung ĂŒberschreitet.
Bei den ĂŒbrigen Modi handelt es sich lediglich um den altbekannten Team Battle, Survival und Tekken Time Attack Mode. Diese dĂŒrfte wohl jedem ein Begriff sein.

Grafisch holt Namco wirklich alles aus der alten Playstation heraus. Nicht nur, dass die Spielfiguren noch ein mal richtig an verbesserten Proportionen zugelegt haben, so sieht auch der Rest des Spiels tadellos aus und ebenso die Animationen wissen zu ĂŒberzeugen. Auch wenn aus technischen GrĂŒnden nicht mehr machbar gewesen wĂ€re, wirken die HintergrĂŒnde dennoch etwas arg leblos bzw. detailarm. Vielleicht hĂ€tte man noch ein paar „BildfĂŒller“ oder Zuschauer mit einbauen können. Ansonsten ĂŒberzeugt die Technik auf ganzer Linie. Der Sound fĂ€llt in die Kategorie „das Rockt“ und klingt einfach verdammt gut. EingĂ€ngige Melodien untermalen die hektische Klopperei perfekt. Kann man sich immer anhören.

Tekken 4

Zwei weitere Jahre sind ins Land gezogen. Um seinen Enkel zu stellen veranstaltet Heihachi Mishima das vierte „The King of Iron Fist Tournament„. Auch der todgeglaubte Kazuja nimmt an dem Turnier teil. Nach erbitterten KĂ€mpfen mit seinem Vater und Heihachi gelingt Jin erneut die Flucht, die beiden geschlagenen Mishimas bleiben benommen zurĂŒck. Plötzlich werden die geschwĂ€chten Krieger von einer Horde Gun Jack-Roboter angegriffen, die von Raven geschickt wurden. Dieser Ninja-KĂ€mpfer handelte im Auftrag der Regierung um das gefĂŒrchtete Mishima-Kartell ein fĂŒr allemal zu zerschlagen. Die Cyborgs gingen in einem Flammenmeer auf, dem Kazuja grade noch entkommen konnte


Die Geschichte des Turniers wird nun nicht mehr vom Arcade-Modus, sondern von einem neuen Story-Modus erzĂ€hlt. Anfangs stehen einem zehn von insgesamt zwanzig KĂ€mpfern, die sich wie gewohnt freischalten lassen, zur Auswahl. Hierunter befinden sich sowohl altbekannte, ĂŒberarbeitete Charaktere, als auch einige neue Gesichter, darunter Steve Fox, der ausschließlich mit den Armen arbeitet. Die wohl grĂ¶ĂŸte Neuerung ist Jin widerfahren, der die Arenen nun mit einen komplett neuen Kampfstil unsicher macht.

Die Akteure werden durch hĂŒbsche Zeichnungen vorgestellt, die kurz erlĂ€utern, was sie in der Zwischenzeit erlebt haben. Insgesamt mĂŒssen acht Stages bestritten werden. Im Finale tritt man gegen den Ă€ußerst exzentrisch gekleideten Heihachi an, worauf eine ausfĂŒhrliche Filmsequenz folgt, die die Geschichte weiterspinnt und sogar ĂŒber Sprachausgabe verfĂŒgt. Der Arcade- und der Team-Modus sind bekannt, ebenso wie der Versus-Mode, in dem man sich nach Lust und Laune mit einem Freund kloppen kann.

Im Übungsmodus hat man die Möglichkeit zwischen drei verschiedenen Optionen zu wĂ€hlen. Im Freestyle kann man Einstellungen wie Angriffhaltungen des Gegners beliebig Ă€ndern, mit Vs. CPU tritt man gegen einen computergesteuerten Gegner an, dessen Schwierigkeit sich von leicht bis sehr schwer einstellen lĂ€sst und mit dem Stil Abwehr fĂŒhrt der GegenĂŒber eine Bewegung aus, an der man die passende Abwehrtechnik ĂŒben kann.

Neu ist der ĂŒberarbeitete Trainingsmodus, in dem eine bestimmte Tastenfolge vorgegeben wird und man in möglichst kurzer Zeit alle Angriffe auszufĂŒhren hat. Auch wieder dabei ist der Tekken Force-Mode, der bereits aus dem dritten Teil der Serie bekannt ist. In vier verschiedenen Stages prĂŒgelt man sich durch etliche Gegnerhorden, wobei man immer von dem relativ knappen Zeitlimit eingeengt wird. Ist ein Gegner besiegt, erhĂ€lt man je nach Gegnertyp eine bestimmte Anzahl an Bonussekunden.

Zeit ist allerdings nicht das einzige kostbare, was von besiegten Feinden hinterlassen wird, sondern auch Eier und die bekannten HĂŒhner, mit denen sich die Wunden kurieren lassen. Hat man den Endgegner des Abschnittes erledigt, wird man direkt in den nĂ€chsten katapultiert.
Wie man das so kennt, hat man im Survival die simple Aufgabe, alle Gegner umzuhauen, und selbst möglichst nicht erwischt zu werden. Nach jedem besiegten Gegner erhĂ€lt man einen Teil der Gesundheit zurĂŒck und wird mit dem nĂ€chsten konfrontiert.

Wie gewohnt findet man sich leicht in dem Kampfsystem zurecht. An der Steuerung hat sich so gut wie nichts geĂ€ndert, außer, dass es nun möglich ist, den Gegner gegen WĂ€nde oder in Ecken zu drĂ€ngen. Zudem wirken sich Höhenunterschiede auf eure Attacken aus. Insgesamt wirken die Bewegungen um einiges schneller und flĂŒssiger, als in frĂŒheren Teilen. Auch grafisch ist Tekken 4 gelungen, ebenso der Sound zu dem es sich wie gewohnt gut prĂŒgeln lĂ€sst. Wie die Charaktere sind auch die Arenen einer Erneuerung unterzogen worden und wirken nun um einiges realistischer. In den schön gestalteten, unebenen SchauplĂ€tzen schmeißen sich die KĂ€mpfer in tiefe PfĂŒtzen, schlagen sich gegen WĂ€nde oder geben den neugierigen Zuschauern, die sich immer am Rand des Geschehens aufhalten und das Gefecht lauthals unterstĂŒtzen, versehendlich eins mit.

Tekken 5

Mittlerweile geht Tekken 5 in der Spielhalle bereits in die zweite Generation. Grund genug fĂŒr uns die PAL-Version des nunmehr siebten (!) Tekkens genauer unter die Lupe zu nehmen! Die JubilĂ€ums-Episode strotzt nur so vor freispielbaren Extras und Spielmodi, chronologisch ist sie nach den Geschehnissen vierten Parts angesiedelt

Bereits kurze Zeit nach den sich ĂŒberschlagenden Ereignissen des letzten Tekkens ruft ein Unbekannter das fĂŒnfte und bislang letzte „The King of Iron Fist Tournament“ aus. Erlebt das finale Showdown zwischen Jin, Kazuja, Heihachi und einem weiteren Mitglied des Mishima-Klans!

Ingesamt gesellen sich zur berĂŒhmt berĂŒchtigten KĂ€mpferriege der ersten vier Teile spĂ€rliche drei NeuzugĂ€nge; neben SchĂŒlerin Asuka und Kenpo-Meister Feng dĂŒrfte vor allem Ninja Raven dank seines auf Wesley Snipes getrimmten Äußerem neue Fans gewinnen. Auch das Spielprinzip hat sich dem „RĂŒckschritt“ verschrieben und wirft viele der Gameplayneuerungen aus Tekken 4 frei nach dem Motto „Back to the Roots“ wieder ĂŒber den Haufen. WĂ€hrend es die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lligen Levelbegrenzungen glĂŒcklicherweise auch in die fĂŒnfte Episode geschafft haben, wurde bei den Höhenunterschieden der Areale und den wirren Positionswechseln der Rotstift angesetzt.

DafĂŒr war Namco bei den Spielmodi Ă€ußerst spendabel und hat mehr als einmal durchs Fenster der AM2-Studios geschaut: Viele Neuerungen finden sich auch im Gral der 3D-BeatÂŽem Ups, Virtua Fighter 4 Evolution. WĂ€hrend in Japan in jeder Arcade, die etwas auf sich hĂ€lt, in schöner RegelmĂ€ĂŸigkeit WettkĂ€mpfe zwischen Tekken-Cracks organisiert werden, so gestaltet sich das Unterfangen fĂ€hige menschliche Kombattanten zu finden, diesseits des Okzidents schwerer.

So bietet Tekken 5 im Arcade-Mode ausgefeilte KIs, die alle nach unterschiedlichen Persönlichkeitsmodellen mit variierenden Vorlieben gestrickt sind. Schlagt eure virtuellen Widersacher, erspielt Credits und tauscht sie dann gegen zahllose Goodies wie Sonnenbrillen oder gar komplett neue KostĂŒme ein. SelbstverstĂ€ndlich prĂ€sentiert sich auch der Story-Mode in neuer StĂ€rke: Die BeweggrĂŒnde jedes Charakters werden anfangs durch nette Manga-Bildchen verdeutlicht, weitergesponnen wird die Story durch kurze Ingame-Konversationen und natĂŒrlich durch die gewohnt-fulminanten Render-AbspĂ€nne (Die im Tekken-Kino mehrfach genossen werden können.)

Doch damit nicht genug! FĂŒr die Retrofans und Ewiggestrigen finden sich neben dem Starblade-Spielchen noch originalgetreue Spielhallen-Umsetzungen der ersten drei Tekkens auf dem Silberling! Als Tekken-Force-Äquivalent sticht das kleine Action-Adventure „Devil Within“ unter den MenĂŒ-Punkten ins Auge: Hier steuert ihr Jin mit gestutzter Movepalette aus der Third Person-Perspektive durch verschachtelte GĂ€nge und meuchelt euch in bester Final Fight-Manier durch unzĂ€hlige Gegnerhorden. Zwischendurch erfahrt ihr in kleinen HĂ€ppchen mehr und mehr ĂŒber Jins Vergangenheit, geduldige Zocker spielen gar seine Teufelsform frei.

Tekken darf den Titel der neuen Grafikreferenz fĂŒr sich beanspruchen. Bei diesen hoch detaillierten Arenen und Charaktermodellen, die sogar mit animierten GesichtszĂŒgen aufwarten können, kann nicht einmal Virtua Fighter 4 mithalten.

Abgerundet wird die optische Pracht von stimmigen Licht- und Partikeleffekten, sowie optionalen 60Hz und 16:9-Modi. Leider wird bei Letzterem lediglich der Bildausschnitt verkleinert, so dass Besitzer von Breitband-TVs schon mal mit halben Köpfen rechnen mĂŒssen. Der Sound prĂ€sentiert sich als gesunder Mix zw. dem klassischen Kommentator, erstklassiger Sprachausgabe und krachigen Hintergrunddudeleien.

Hinweis: Zusammengefasst aus einem Tekkenspecial von Planet-Playstation.de

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