(R)evolution der NĂ€hrstoff­aufnahme

(R)evolution der NĂ€hrstoff­aufnahme

Rund um die relevante Aufnahme organischer und anorganischer Stoffe zur Versorgung des Körpers mit lebensnotwendigen NĂ€hrstoffen sowie Deckung des Energiebedarfs entwickelte sich beim Homo sapiens im Laufe der Äonen eine regelrechte (Fr)esskultur. Der Konsum von Nahrungsmitteln dient nicht mehr lĂ€nger dem Überleben respektive dem Stillen von brummelnden HungergefĂŒhlen, sondern der Befriedigung oraler GelĂŒste und schwelgender Genusstriebe; oftmals einhergehend mit der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen. Wir Bewohner der potenten Staaten der Ersten Welt haben das bei Weitem nicht selbstverstĂ€ndliche Privilegium inne, in einem wahren kulinarischen Schlaraffenland leben zu dĂŒrfen. TagtĂ€glich werden wir mit einem schier unerschöpflich anmutenden Angebot an Imbissen, SchmĂ€usen, Snacks und Festmahlen konfrontiert; die gegenwĂ€rtigen Generationen tilgen, dinieren, fressen und stopfen folglich in einem nie in der Geschichte der Menschheit da gewesenem Ausmaße. Einhergehend mit einer explosionsartigen Zunahme ĂŒbergewichtiger, regelrecht adipöser GierschlĂŒnde. Die Menschheit schlingt und verfettet – nicht, weil sie’s muss, sondern weil sie’s kann; spĂ€testens seit Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel wie die Natur verlangt.

Nun, meine Wenigkeit empfindet ErnĂ€hrung analog zum Schlaf als lediglich notwendiges Übel; Nahrungsaufnahme dient – evolutionĂ€r betrachtet – schlicht der Aufrechterhaltung des Betriebs der Maschine Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Und doch investierte ich so manch kostbare Zeitspanne in NahrungsmitteleinkĂ€ufe und -Besorgungen; in Lieferdienste, Restaurants und Gelage; wenngleich ich wenigstens unrentable Zeitverluste durch den Dienst am heimischen Herd bis dato erfolgreich mied (ich besitze seit Jahren weder Kochtöpfe, noch Mikrowelle). Den Lohn der in die Zubereitung fantastischer, kreativer Mahle fließenden MĂŒhen schĂ€tze ich schlicht nicht wert; ich aß daher mitunter ĂŒber Monate hinweg tagein tagaus denselben wiederkehrenden Fertighappen. Essen um des Essens wegen; bar jeglicher Abwechslung geschweige denn Wonne.

Indes, ich erklĂ€re jene Zeiten als verflossen; optimiere justament mein tĂ€glich Brot. Verabschiede mich von zeitintensiven EinkĂ€ufen, Zubereitungs- und Konsumdauern. Überspringe die fĂŒr mich persönlich als Makel empfundene Ausgeburt der kulturellen Essevolution und katapultiere meine NĂ€hrstoffaufnahme auf eine jungfrĂ€uliche, womöglich weiter gedachte Stufe. Erlange Kontrolle ĂŒber meine Versorgung; ĂŒber Inhaltsstoffe und Mengen der in mich aufgenommenen Nahrung. Und spare mir damit ausgiebig Lebenszeit, welche ich (nicht immer) sinnvoll in anderweitige BeschĂ€ftigungen Ă  la Masturbation und Weltherrschaftsergreifung investieren kann. Die reinste Form von Luxus ist schließlich Reduktion.

StonerShake sei dank. Jenes smarte Start-up aus den Niederlanden nahm sich das trendige flĂŒssige Nahrungsmittel Soylent des amerikanischen Unternehmens Rosa Labs als Vorbild und entwickelte eine eigene Rezeptur einer postmodernen Astronautenkost, welche den gesamten NĂ€hrstoffbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen vollstĂ€ndig abzudecken vermag. Pulver, mit Wasser vermengt und gewuppt getrunken – zack feddich, erledigt ist ein vollwertiges Mahl. Keine NahrungsergĂ€nzung, sondern Nahrungsersetzung. Dies vermochte mich ganz und gar zu ĂŒberzeugen – weswegen ich einen Dreimonatsvorrat StonerShake in der Version 1.1 bestellte, welcher im Vergleich zur Version 1.0 mit verbesserter Ingredienzienkomposition und optimierter Zusammensetzung von Mineralien und Vitaminen aufwartet (hier das offizielle Changelog; ziemlich nerdy, ick wees ?). Seit dem 21.10.16 lĂ€uft nun ein initialer dreimonatiger Testprozess, dessen Programm bei Gefallen und VertrĂ€glichkeit auf ein halbes Jahr und lĂ€nger ausgeweitet werden kann. Dann womöglich inklusive erwartetem Update der StonerShake-Rezeptur auf Version 1.2.

Ich freu mir wie Bolle – und bin bis in die letzte Phase meines Körpers gespannt; ja platze regelrecht vor Neugierde ob dieses Experiments. Bin voller Hoffnung, die ErnĂ€hrung, diesen mĂŒĂŸigen Aspekt meines Lebens, dauerhaft perfektionieren zu können. Und nope, fĂŒr den Verzicht auf Banketts inklusive einhergehender sozialer Aspekte sowie der hemmungslosen Freude am Genuss sei ich mitnichten zu bedauern; fĂŒr mich stellten diese Attribute zeit meines Lebens einen wahren Graus dar. Ich bin froh um deren Entledigung ?

Icons made by Madebyoliver from www.flaticon.com is licensed by CC 3.0 BY.

2 Kommentare

  1. 🙃
    Tobias

    Na dann wĂŒnsche ich dir mal guten Hunger(?)!
    NatĂŒrlich nur solange du dem guten alten Alohol treu bleibst. 😀
    Ich freue mich auf einen ausfĂŒhrlichen Erfahrungsbericht.

    Magen-knurrende GrĂŒĂŸe,
    dein Lieblings-Tobi :*

    mode_commentAntworten
    • star_rate
      Krony

      Gude Sweety,

      selbstredend schenke ich auch weiterhin gar edlen Tropfen unfehlbare Treue; bevorzugt in deiner ehrbaren Anwesenheit. Tetrapacksangria, Faxe Dosenbier und Sex on the Beach-KĂŒbel warten auch kĂŒnftig beflissen herauf, unsere trockenen, dĂŒrstenden Kehlen eines erquickenden Quells gleich von innen heraus befeuchten zu dĂŒrfen.

      Was die Statusberichte ob meines kulinarischen Experiments angeht: Diese sollen und werden folgen; von derzeitiger Warte aus betrachtet gar vollumfÀnglich positiver Natur.

      In Liebe,
      dein Krony ?

      mode_commentAntworten

Kommentieren Antworten close

Mit Absenden des Kommentares werden deine Nachricht, dein gewÀhlter Name sowie der aktuelle Zeitpunkt gespeichert. Mehr nicht. Keine IP-Adresse, keine E-Mail-Adresse, keine Cookies.