Das verronnene Jahr 2017 war – analog des aller anderen Menschen – von himmelstĂĽrmenden Höhen und gähnenden SchlĂĽnden geprägt, wobei erstmalig die Anzahl der freudigen Höhepunkte die der ernĂĽchternden Tiefpunkte ĂĽbertrafen. Ahem. Ein RĂĽckblick:

1. Quartal

Es trug sich zu, dass seine Wenigkeit Ende 2016 seine damalige “Existenz” in Frankfurt am Main aufkĂĽndigte und im Zuge dessen zu Beginn des Jahres 2017 all sein teuer Hab und Gut gar leichten Opfern aufschwatz … ĂĽberreichte oder es zertrĂĽmmerte und fachgerecht entsorgte. Kleidung, Möbel, Hardware, BĂĽcher, Sextoys – er entledigte sich des meisten materiellen Krempels seiner dortigen Behausung, um tendenziell naiv bis jungfräulich in einen neuen Lebensabschnitt hineingleiten zu können. Sprach und dachte Lebewohl zu Lebensabschnitts­gefährten, subjektiv geschätzten Lokalitäten und seinem alten Blog, welches samt und sonders inklusive jahrelang einhergehenden Nicknames in einen ewig währenden Dornröschenschlaf geschubst wurde. Krony is nich mehr.

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh

Korrelierend hierzu vollzog sich nach erfolgter WohnungsschlĂĽssel­ĂĽbergabe die buchstäbliche Beisetzung seines treuen Begleiters, Trösters und Freundes gar manch dĂĽsterer Stunden in der frĂĽhlingshaft anmutenden GrĂĽnanlage einer geliebten Kumpanin – in just jenem kleinen hessischen Orte, welchen er Mitte 2012 arglos und verplant erstmalig betrat und der ihn samt umgebender Region fĂĽr viereinhalb Jahre fest in seinen garstigen Griffeln halten sollte. Wohl wahr, er verabschiedete sich im Kreise ans Herzen gewachsener Sympathisanten von seinem hochgeschätzten Teddy; des Stofftieres, das mit allen dortigen Geschehnissen unzertrennlich verbunden ward – und reiste im Anschluss an die feucht-fröhliche Bestattung in selbst ausgehobener Grube auf Nimmerwiedersehen rufend gen MĂĽnchen, bei strahlendem Sonnenschein und energischer Willenskraft.

Adieu, Teddy - du wirst auf ewig in seines Herzen Innerem weilen.
Adieu, Teddy – du wirst auf ewig in seines Herzen Innerem weilen.

2. Quartal

Das zweite Quartal vermochte von Beginn an das Vorherige hinsichtlich aufwartender Heerscharen emotionaler wie lehrreicher Momente gebĂĽhrend zu toppen: Kaum in MĂĽnchen, dem größten Weiler Deutschlands, angekommen, startete seine Umtriebigkeit in eine neoaltbackene Berufung als Softwareentwickler in den dĂĽsteren Gemächern des einstigem und jetzigen durch – und durfte eines quicklebendigen Seehundes gleich in lange ersehnten wie auch erträumten Start-up-Spirit eintauchen, wie ein Maulwurf darin herumwĂĽhlen und diesen Freude jauchzend in die Luft werfen, um ihn auf seine eitle Glatze prasseln zu lassen (bildlich und mit respektvoller Verneigung vor Dagobert Duck verbalisiert). Junge, aufgeschlossene Kollegen, welche binnen Augenblicken zu getreuen Freunden mutierten, weltoffene Freigeister, respektvolle Lernbereitschaft und ein geeinter Wille, die Besten der Besten zu sein, wiesen ihm eindrucksvoll auf, dass er die richtige Wahl traf. Er lernte, lachte, feierte und wuchs an seiner Selbst wie selten zuvor in seinem Leben.

Die meisten Menschen sind bereit zu lernen, aber nur die wenigsten, sich belehren zu lassen.

Winston Churchill

Zeitgleich durfte er des nächtens in den Räumlichkeiten seines jĂĽngsten Exfreundes und dessen liierten Partners extremecouchen, was ihn dazu befähigte, entspannt wie auch beflissen nach einer eigenen Bleibe im Stadtkern MĂĽnchens zu suchen – keine leichte Quest in Zeiten explodierender Mieten und notorischen Wohnungsmangels, doch letztendlich zur Freude seinerseits ĂĽberaus befriedigend gemeistert – Level up, Butze feddich, Interwebz aktiviert und Netflix gestartet.

Fehlende Privatsphäre führte in wohnungslosen Zeiten zu mitunter heiteren Stelldicheins, eh, Gegebenheiten.
Fehlende Privatsphäre führte in wohnungslosen Zeiten zu mitunter heiteren Stelldicheins, eh, Gegebenheiten. Heimlicher Knipser: LxK.

3. Quartal

Lernen, lehren, leben – ein Abschnitt wie aus illustrem Bilderbuche. Freundschaften knĂĽpften sich seiner Gelehrigkeit ungeachtet dessen direkten Zutuns, Festivitäten reichten sich gegenseitig die polierte Klinke in die Klaue und Transfers etablierten und frischen Know-hows fanden in jedwede Richtung statt. Dank unternehmerischer Expansion erweiterten sich seine beruflichen Aufgabenbereiche von reiner Softwareentwicklung hinein in das anarchische UI-/UX-Design – und einhergehend mit einem kommunikativen Paradigmenwechsel vom Deutschen ins Englische ĂĽber die Grenzen Europas ins turbulente Zentrum Vietnams hinaus. Etwa zur selben Zeit packte ihn ferner das, nun, Fernweh, weswegen er Wien, Bratislava, London, Mailand, Prag, Paris, Bern, ZĂĽrich und innerdeutschen Ă–rtlichkeiten wie Köln, Stuttgart und selbstredend auch Frankfurt am Main frenetische Stippvisiten bis hin zu längerwährenden Aufenthalten abstattete – zumeist spontan und im Beisein von wahngetriebenen Twitterern und Freunden.

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.

Augustinus Aurelius

Ebenso erlaubte ihm die neu hinzugewonnene örtliche Nähe zu Eltern und Teilen seiner Familie, diese nach Jahren bis Jahrzehnten der Vernachlässigung besser kennen, wertschätzen und lieben lernen zu dĂĽrfen. Es war ihm gestattet, viel ĂĽber sein Wesen, seine Vergangenheit und die Gedanken, Sorgen sowie SehnsĂĽchte seiner nächsten Verwandten zu erfahren – und so gar manches fehlende PuzzlestĂĽck zur Vervollständigung seiner zerrĂĽtteten Vergangenheit zu ergänzen. Lacher am Rande: Wäre er als Mädchen anstelle eines Jungen geboren, nennten ihn seine Eltern CĂ©cile-Adele Irmingard.

Und auch der Besitz eines funkelnagelneuen Teddys, eines kuschligen und anmutigen Weibchens, erfuhr Realisation – andere Stadt, dieselben BedĂĽrfnisse. Seine sĂĽĂźe Liebe gebĂĽhrt ganz und gar ihr, Chloe.

Die Welt* war und ist sein Zuhause. *Schienenfahrzeuge und Aeroplane.
Die Welt* war und ist sein Zuhause. *Schienenfahrzeuge und Aeroplane.

4. Quartal

Das letzte und zugleich jĂĽngste Jahresviertel seiner Ausgeglichenheit wurde von Harmonie, Regeneration und SCHMETTERlingen im Unterleibe beherrscht. Es ward eine Zeit der Festigung neu gestrickter Strukturen und der schleichenden Einkehr eines frischen, gesund anmutenden Alltages – zumindest im weitesten Sinne. Zwar hielt ihm die turbulente – Betonung auf “turbo” – Dauer(r)evolution im beruflichen Umfeld ordentlich bei Stange (tihihi); persönlich indes nistete er sich endgĂĽltig im noch taufrischen Abschnitte seines Lebens ein. Diese Ruhe ermöglichte ihm das Schmieden fundierter Pläne, kecker Visionen, fantastischer WĂĽnsche und vernunftwidriger Utopien. #Agenda30. Friede, Freude, Eierkuchen.

Der größte Sinnesgenuss, der gar keine Beimischung von Ekel bei sich führt, ist, im gesunden Zustande, Ruhe nach der Arbeit.

Immanuel Kant

Und ein Schwarm bunter Schmetterlinge. Es entflammte brennendes Interesse am weiblichen Geschlechte (buchstäblich wie auch sprichwörtlich), welches die gegenwärtig geltende Definition seiner Sexualität – paromantisch demisexuell – allumfassend bestätigte. Sinnlichkeiten und Begierden seinerseits trafen vermehrt, tendenziell gar ausschlieĂźlich, auf bekannte wie auch frischgebackene Freundinnen, wirbelten seine etablierten Erfahrungen gehörig durcheinander und befähigten ihn zur unvoreingenommenen Aneignung bis dato fremdartiger Emotionen, GefĂĽhle und trivial erscheinender Sachkenntnisse bezĂĽglich Anatomie und Erotik. Es stoben knisternde Funken längst vergessener Empfindungen: Leidenschaft und, weh ihm, Liebe. Perspektivisch aus dem in jenem Bereiche wahrhaftig unerfahrenen Blicke eines pubertären Teenagers erlebt – er ist trotz seiner durchbrochenen 29 Jahre wieder 13 Jahre jung und wanderte Ende 2017 ein fröhliches Liedchen pfeifend von unbekannten Ufern auf in fremdartig anmutende Gefilde.

Hinaus in Feld und Flur, durch Fragendschungel des Bimsen und Seins! Hinauf auf Gipfel und Grat, über Familienplanungsplateau und Kinderwunschgeröll hinweg! Durch Hag und Heide, durch Moor, Modder und Morast zu gar fruchtbaren Auen femininer (oder letztlich doch maskuliner?) Obhut und trauter Zweisamkeit.

Flauschiges Häkelwerk einer Sonnengöttin. Ihr gilt aller Dank <3
Flauschiges Häkelwerk einer Sonnengöttin. Ihr gilt aller Dank <3

2018 in a Nutshell?

Kurzum: Ungeachtet geopolitischer Entwicklungen war 2017 fĂĽr seine Phantastigkeit ein guter Jahrgang, subjektiv wie objektiv betrachtet. Er ist voller Zuversicht angesichts der kommenden Dekaden – Jahreswechsel sind nicht mehr länger ein Ende oder Anfang, sondern ein Weiterleben mit den Weisheiten, die ihm die Erfahrungen vergangener Jahre lehrten. Ganz viel 2018-Liebe. Cause – what should possibly go wrong? #DevZynismus

Letzte Tat des Jahres: Selbiges chillaxed ausklingen lassen … cheers, everybody!
Letzte Tat des Jahres: Selbiges chillaxed ausklingen lassen … cheers, everybody!

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